Womit beginnt der Weg eines Freiwilligen, wer hat dafür genug Kräfte, welche Boni kann ein einfacher Freiwilliger bekommen und warum ist das so wichtig heutzutage, freiwillige Arbeit zu machen? Darüber und über andere wichtige Sachen erzählt die Abteilungsleiterin der nationalen wohltätigen Gesellschaftsvereinigung UNIHELP, Julia Gorovikowa.

Julia, erzählen Sie bitte, wie lange beschäftigen Sie sich mit Wohltätigkeiten? Wann sind Sie auf den Gedanken gekommen, dass die Freiwilligenarbeit einen wichtigen Teil Ihres Lebens geworden ist?
Ich beschäftige mich mit Wohltätigkeit schon 20 Jahre. Wie die anderen habe ich nicht sofort verstanden, dass ich das brauche und mag. Als ich noch Studentin war, habe ich mich für Freiweilliegenarbeit entschieden. Wir hatten eine Gruppe der aktiven und jungen Menschen bei der katholischen Kirche, die gezielt waren, den Kindern zu helfen. Wir haben uns mit ihnen versammelt, die Kinderferienlager besucht und verschiedene Aufführungen und Konzerte gemacht, gesungen und getanzt. Alle Auftritte wurden ganz kostenlos durchgeführt und selbstständig vorbereitet. Wir haben nur ein Ziel verfolgt, den Kindern ein schönes Fest zu schenken. Mit diesen Reisen hat mein Volontärweg begonnen. Mit der Zeit wollte ich schon eine große Hilfe leisten und nicht nur Singen und Tanzen. Dann habe ich meine eigene Volontärbewegung „Vom Herzen zum Herzen“ (in der Originalsprache „Ad serza da serza“) gegründet. Wir haben viele Krankenhäuser und Kinderheime besucht, selbständig die Konzertprogramme zur Aufführung gebracht und auch materiell geholfen. Wir haben angefangen, wohltätige Sammelaktion für das Allernotwendigste in Handelszentren in Minsk durchzuführen: Seifen, Haarwaschmittel, Socken, Strumpfhosen, Spielwaren und Süßigkeiten. Für die Kinder, die in den Kinderheimen leben, ist das das Notwendigste, obwohl diese Sachen für uns als nichts Besonderes scheinen.

Erzählen Sie bitte über Ihr wohltätiges Projekt „Vom Herzen zum Herzen“? Welche Hilfe bietet es an?
Das Projekt ist schon 7 Jahre und existiert bis heute. So hat alles angefangen. Zurzeit haben wir 20 Freiwillige und helfen gleichzeitig einigen Einrichtungen. Es wird Hilfe für Kinder mit Geschwulstkrankheiten und für Kinder geleistet, die sich in den Internatsschulen und in stationärer Behandlung und Regenerationskur in Hospizen befinden und auch für Erwachsene, die in Altersheimen wohnen. Nach Möglichkeit besuchen wir immer alle und versuchen das mindestens einmal halbjährlich zu machen. Aber Kinder und Erwachsene brauchen nicht so sehr Geschenke, sondern unsere Aufmerksamkeit. Kinder freuen sich immer nicht auf neue Sachen sondern darauf, dass wir zu ihnen kommen. Unsere Aufmerksamkeit ist für sie das beste Geschenk.

Seit wann arbeiten Sie mit UNIHELP zusammen? Womit hat alles begonnen?

Ich arbeite mit Unihepl seit kurzem, seit diesem Sommer zusammen. Es hat ein Stellenangebot als Volontärbetreuer gegeben und ich habe mich für ein Vorstellungsgespräch entschieden. Ich beschäftige mich schon lange Zeit mit Freiwilligen, deshalb wurde viel Erfahrung gesammelt. Auf solcher Weise wurde ich in UNIHELP angestellt. Sofort wurde meine Idee mit Schulungstrainings für Freiwillige unterstützt. Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass die Menschen, die Freiwillige sein wollen, den Wunsch haben, aber sie wissen nicht, womit man anfangen soll. Auf solchen Trainings gibt es eine Möglichkeit zu zeigen und zu erzählen, wie man das richtig machen kann. Auf den Trainings arbeiten wir auch an Motivation, die eine große Rolle spielt. Ich meine, dass Volontärarbeit gut und sogar professionell machen muss. Die Freiwilligen leisten einen großen Beitrag und Bemühungen zu dieser Arbeit.

Ist es jetzt schwer neue Leute zu gewinnen, die Ihre Ansichten teilen würden und das wichtigste, wo befinden sich diese Menschen?
Ich sage, dass es nicht schwer solche Menschen zu finden ist. In Wirklichkeit gibt es sehr viele Menschen, die reges Interesse und Anliegen für Volontärarbeit zeigen, aber jeder stellt sich diese Arbeit auf eigene Art und Weise vor. Das Problem besteht nicht nur in den Suchen nach Menschen, sondern in Ihrem Wunsch diese Arbeit fortzusetzen. Manche Leute haben einmal probiert und verstehen, dass das Ihnen nicht gefällt. Für einige wird das geistig und für andere physikalisch schwer sein. Die anderen haben einfach eine andere Vorstellung über Volontärarbeit. Alle wollen, aber nicht alle haben Kräfte das zu bestehen. Es gab Fälle, wenn wir in Kinderheime gekommen waren, um die Kinder zu besuchen, und danach haben einige Freiwillige gesagt, dass sie solche emotionelle Belastung nicht bestehen können. Das ist normal, nicht jeder kommt damit klar, aber es gibt die Leute, die dafür bereit sind. Es ist wichtig auch zu verstehen, dass das keine Spaßzeit ist, das ist ebensolche Arbeit, wie jede andere, aber hier bist du nach deinem Wunsch. Wir haben uns sehr über eine geschriebene Situation im Internet gewundert und wurden fast bis zu Tränen gerührt, wo eine alte Frau zum Stand gekommen ist und hat ein Stück Seife für kleine Kinder gegeben und angefügt, dass sie mehr geben könnte, wenn sie könnte.

Wie oft schlagen Menschen materielle Hilfe mit Waren vor?
Als wir die Sammelaktion für Geschenke von dem Sozialprojekt „Vom Herzen zum Herzen“ in einem Handelszentrum in Minsk durchgeführt haben, haben wir gerade Waren für Kinder gesammelt. Ich erinnere mich genau an jene alte Frau. Sie hat lange beiseite gestanden und sich nicht eingelassen, näher zu kommen. Zuerst habe ich gedacht, dass sie uns um Hilfe bitten wird, weil solches auch bei uns passiert. Aber ich war erstaunt, dass sie selbst helfen wollte, obwohl Ihre Hilfe so klein war. Eine alte Frau, die arm angezogen wurde, ist trotzdem herangekommen und hat dieses Stückchen Seife mit folgen Worten gegeben: «Geben Sie es den Kindern». Das war sehr rührend.

Auf den Trainings haben Sie gesagt, dass bei Volontären einige Schwierigkeiten aufrauchen können, dass jemand zicken oder beschimpfen kann. Das passiert äußerst selten, aber können Sie sich vielleicht an einen solchen Fall erinnern? Und wie soll man sich in dieser Situation benehmen?
Das ist eine Lebenssituation. Während der Sammelaktion können solche Fälle sein, wenn jemand einfach denkend beschimpfen kann, dass wir die Menschen belügen. Das muss nicht uns am wunden Punkt treffen, ich sage immer allen – lächle drauf. Vielleicht hat dieser Mensch schlechte Laune und er will jetzt nicht sprechen. Sowieso darf man nicht ihn auch beschimpfen, das wird schon unhöflich von Ihrer Seite. Es gab auch einen Fall, als ein Mensch den Freiwilligen beschimpft hatte und später war er zurückgekehrt, um sich für sein Benehmen zu entschuldigen. Das passiert auch!

Aber es gibt mehr glückliche Momente. Erzählen Sie über den fröhlichsten Volontärtag aus Ihrem Leben.

Für mich ist jeder Tag bunt und unvergesslich. Ich freue mich insbesondere, wenn die ganze Familie an Sammelaktionen teilnehmen. Ich erinnere mich an eine wohltätige Aktion, auf der zu unserem UNIHEL-Stand eine kinderreiche Familie gekommen ist: Mutter, Vater und 4 Kinder. Ich habe gedacht, dass sie nur stehen und dann fortgehen werden, denn kinderreiche Familien leben bescheinend. Und der Vater hat aus seiner Geldbörse das Geld rausgenommen und jedem Kind eine Münze gegeben, damit jedes Kind diese Münze in die Geldsammelbox werfen konnte. Es ist sehr angenehm, wenn die Mutter ihrer Tochter mit den einfachen Worten erklärt, dass das richtig ist und man nicht abseits sein soll. Ich bin sicher, dass diese Kinder in der Zukunft keine Egoisten werden.

Kann jeder Mensch den Volontär werden? Gibt es irgendwelche Kriterien, eine Kleidungs-Code? Ist es einfach einen Volontär zu werden?
Jeder Interessierte kann ihn werden, aber nicht jeder besteht diesen Weg. Der Mensch muss verstehen, dass diese Arbeit freiwillig und kostenlos ist. Jeder kann daran teilnehmen, wir stellen keine Begrenzungen und Kriterien. „Die Kleidungs-Code fehlt auch“, – sagt Julia mit Lächeln. Auf den Aktionen ziehen wir weiße Hemde an, damit wir leichter erkannt wurden. Aber ich kann nicht sagen, dass das leicht ist, einen Volontär zu sein. Mit Wunsch braucht man noch das Verständnis, dass du bereit bist, deine Freizeit umsonst für diese Arbeit zu geben. Für jemanden wird das schwer sein, und jemandem wird Freude bringen. Unsere Volontäre danken immer einander für Teamarbeit. Das ist eine Teamarbeit, die nur positive Emotionen bringt, aber dafür braucht man Kräfte.

Gibt es irgendwelche Boni für Volontäre außer guter Laune und dem Gefühl, dass du die Welt besser machst?
Als ich in Amerika studiert habe, habe ich bemerkt, wenn du deinen Lebenslauf für Arbeit zusammenfasst, wird das Feld über Volontärarbeit im Fragenbogen sein. Ich habe erstaunt meinen Arbeitsgeber danach gefragt, ob das wirklich wichtig ist, und die Antwort war positiv.
Bei uns kann man eine Bestätigung bekommen, dass du ein Volontär bist. In Europa kann man sie zu dem Bewerbungsschreiben beilegen und sie wird unbedingt in Acht genommen.
Außerdem schicken wir zahlreiche Dankschreiben an Schulen und Universitäten. Ich erinnere mich, dass ich Dankschreiben für Mädchen aus dem medizinischen Kolleg geschrieben habe, die ständig an unseren Aktionen teilgenommen hatten. Danach sind sie gekommen und haben erzählt, dass ihre Ausbildungsbeihilfen erhöht wurden. Wenn der Volontär wirklich hilft, werden wir ihn nicht übersehen und können ein Dankschreiben verfassen und mit einem Zertifikat auszeichnen.

In der großen und freundlichen Volontärfamilie gibt es Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Aber welche Altersgruppe wird öfter Volontäre?
Am öftesten kommen Jugendliche und Studenten. In der Regel haben solche Menschen mehr Freizeit, als die Menschen, die arbeiten. In unserem gibt es auch viele Menschen, die eigene Familien haben. Es freut sich, wenn man mit der ganzen Familie an der Aktion teilnimmt. Das ist schon eine gute Tradition geworden, wenn die Mutter und der Vater ihre Kinder mitnehmen. Es gibt auch alte Menschen, sie können nicht immer aufgrund ihres Alters teilnehmen, aber wenn sie solche Möglichkeit haben, freut es uns bestimmt sehr.

Wie viele Zeit verbringen Volontäre durchschnittlich auf Ihren Aktionen?
Gewöhnlich verbringen Volontäre auf den Aktionen von 2 bis 3 Stunden. Es gibt auch die einigen, die bereit sind, den ganzen Tag zu stehen und das sind 6 Stunden. Während dieser Zeit erzählt jeder Volontär den anderen Menschen, die zum Informationsstand kommen, dass eine Sammelaktion für Unihelp-Schützlinge verläuft, und dass jeder Interessierte daran teilnehmen kann. In der Regel versammelt sich eine große Anzahl der nicht gleichgültigen Menschen vor dem Stand, deshalb langweilen wir uns nicht. Jeder kann sich für selbst entscheiden, wie viele Zeit er dafür gibt. Ich kann alle Menschen, die kommen und freiwillig ihre Freizeit und Energie den anderen schenken, wirkliche Helden nennen.

Wie oft versammeln sich Volontäre in arbeitsfreier Zeit, um einfach gut die Zeit in der angenehmer Atmosphäre zu verbringen?
Seit einiger Zeit haben wir solche Tradition, sich in der informellen Atmosphäre in einem Cafe oder in einem Anticafe zu treffen. Das nennen wir einfach – Volontärtreffen. Ich bereite mich auch auf solche Treffen wir auf Trainings vor, damit wir uns nicht einfach getroffen und nicht gewusst haben, womit wir uns beschäftigen werden, sondern lustig und nützlich diese Zeit verbracht haben. Beim letzten Treffen haben wir im Team gearbeitet und unsere Volontärstadt gemalt. „Wenn man die Zeit im Team verbringt, dann verbessert sich die Laune, und die Leute fühlen sich lockerer“, – stellt Julia fest. Das Treffen war sehr interessant und hat im Gedächtnis gehaftet. Alle waren begeistert.

Wenn Sie verstehen, dass Ihre Taten Ergebnisse bringen, das Schicksale wenigstens eines Menschen ändern, was fühlen Sie sich? Können Sie ihre Emotionen und Gefühle beschreiben?
Es gelingt nicht diese Emotionen wörtlich zu beschreiben. Du hast einen bestimmten Zustand, wenn du weißt, wozu du lebst. Das ist die Freude für sich selbst und für jene Menschen, denen du wirklich geholfen hast. Wenn du gute Taten machst, dann fühlst du dich dieses Leben. Man kann nicht ohne Emotionen in Kinderheime kommen. Die Kinder laufen zu dir, umarmen dich, freuen sich auf unsere Aufmerksamkeit, die wir ihnen schenken und die sie so brauchen. Du fühlst diese Freude mit dem ganzen Körper, wenn in den Augen der Kinder das Freudenfeuer glüht und nur wegen deiner Anreise, und dass du bei ihnen bist. Das ist große Freude, die man nur mit einem großen Sieg im Leben vergleichen kann. Wegen dieser Emotionen muss man sich bemühen, du willst immer mehr machen, als du gemacht hast.

Für unsere Leser wird interessant sein, ob Sie mit Volontärarbeit etwas verdienen?
Mein Volontärprojekt „Vom Herzen zum Herzen“ ist absolut freiwillig. Wir verfolgen keine Ziele das Geld zu verdienen und irgendwelche anderen Vorteile zu erlangen. Alle Menschen, die an dem Projekt teilnehmen, sind Volontäre auf freiwilliger Grundlage sind. Unser Hauptziel ist den anderen Menschen zu helfen, die diese Hilfe brauchen.

Haben Sie irgendwelche großangelegten Pläne in näherer Zeit, die mit Volontärarbeit verbunden sind? Können Sie diese Pläne uns mitteilen?
Ja, es gibt Ideen. Eine besteht darin, dass man nicht nur Kindern die Hilfe leisten kann, sondern auch sie später ständig besuchen. So werden wir erfahren, was sie noch brauchen und wie sie sich fühlen. Viele Kinder aus den Kinderheimen brauchen einfach Gespräche und freuen sich immer auf einen Besuch. Unsere Volontäre können dabei helfen. Das war wunderbar.

Bestimmt würden wir gerne allen helfen, um Kinder wieder gesund zu machen. Es wird richtig gesagt: Je mehr Volontäre sein werden, desto mehr Leben retten wir. Man soll nicht denken, dass allen nicht helfen kann, mit solchem Gesichtspunkt darf man nicht leben. Man kann mit kleinen Taten beginnen und dann nach großen Taten streben. Meiner Meinung nach muss das Gute laut sein! Im Internet wird wenig darüber geschrieben, dieses Thema bleibt immer im Schatten und so muss nicht sein. Je mehr darüber wissen werden, desto höher die Chance, dass die Welt besser wird.

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